Gutes Soja, schlechtes Soja

By Marco Keller / Oktober, 15, 2013 / 1 comments

organsoj_02

Am Sonntag 20.Oktober um 14:45 Uhr im ZDF (Sendereihe Planet E). Danach online in der ZDF Mediathek.

Filminfo:
Soja ist einer der wichtigsten Eiweißlieferanten weltweit. Auf riesigen Agrarflächen wird die Hülsenfrucht angebaut. Für die Welternährung ist sie von entscheidender Bedeutung. Der Handel mit Soja ist ein gigantischer Markt. Mehr als 30 Millionen Tonnen importieren die Staaten der EU jährlich allein als Futtermittel für die Massentierhaltung. Und das hat drastische Folgen für Mensch und Natur.

Brasilien ist einer der größten Produzenten der Welt. Riesige Flächen tropischer Wälder werden jedes Jahr aufs Neue abgeholzt, um dort Soja anzubauen. Allein im Amazonas-Gebiet wird eine Fläche von 1,2 Millionen Hektar oft illegal gerodetem Regenwald fast ausschließlich für Soja genutzt. Die Zerstörung der Umwelt ist immens. Die indigene Bevölkerung wird dabei rücksichtslos von ihrem Land vertrieben.

Die brasilianischen Bauern setzen dabei fast ausschließlich auf Gentechnik. Die großen Agrarkonzerne wie ADM, Bunge, Cargill, Syngenta und Monsanto machen mit dem Gensoja und den für den Anbau eingesetzten Düngemitteln und Pestiziden ein Milliardengeschäft.

Nur wenige Unternehmen schaffen es, noch biologisch angebauten Soja zu bekommen. Wolfgang Hecks Firma Taifun ist eines davon. Nach der Devise: „Mit Nahrungsmitteln die Welt verändern“ produziert Heck seit über 25 Jahren Bio-Tofu in Deutschland. Doch ökologische Soja-Lebensmittel herzustellen, wird für ihn immer schwieriger. Die Gentechnik und der konventionelle Soja-Anbau sind seine größten Gegner.

„planet e.“ folgt einerseits der Sojabohne auf ihrem Weg in die Futtertröge der europäischen Tierindustrie und damit auf die Teller der Fleischkonsumenten. Dabei werden die direkten Zusammenhänge von Landkonflikten und Umweltfolgen deutlich, die der exzessive Soja-Anbau mit sich bringt.

Der Film zeigt andererseits, wie der nachhaltige Anbau von Soja aussieht und wie letztlich daraus Tofuprodukte entstehen, die in die Regale der Bioläden gelangen.

Hintergründe:
90 % der globalen Sojaerträge und 51 % des globalen Getreideertrages landen in Tiermägen. Allein im Amazonas-Gebiet wird bereits auf einer Fläche von 1,2 Millionen Hektar oft illegal gerodetem Regenwald Soja angebaut. Im Zeitraum von 1996 bis 2006 wurden zehn Millionen Hektar Urwald in ganz Brasilien für die Rinderzucht vernichtet. Das entspricht mehr als der gesamten Fläche Österreichs.

Die wachsende Tierfutterindustrie sorgt mit ihrer Nachfrage nach pflanzlichen Naturprodukten für steigende Preise auf dem Weltmarkt. Getreide, Mais und Soja werden teurer, die Ressourcen wie z.B. Wasser und Boden verknappen sich. Heute schon gilt die Viehzucht als die zweitwichtigste Ursache für den Klimawandel und dessen verheerende Folgen.


Das Fernsehteam:
Marco Keller (Regie) hat 2012 seinen preisgekrönten Dokumentarfilm “Kahlschlag – Der Kampf um Brasiliens letzte Wälder” in die deutschen Kinos gebracht. Über eine gemeinsam mit Amnesty International organisierten Tour in über 50 Städte sollte der Film zu einem größeren Bewusstsein für die Problematik und einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Natur anregen. Nun hat sich Marco Keller erneut dem Thema Brasilien gewidmet und folgt dieses Mal der Spur des transgenen Sojas an seine Produktionsstätten.

Redaktion:                                                      Martin Ordolff
Produktion:                                                     Matthias Erbacher
Schnitt:                                                            Barbara Toennieshen
Ton                                                                   Axel Lischke, Jonas von Troschke
Kamera Deutschland                                   Marco Keller, Markus Hilgert
Kamera Brasilien                                          Marco Keller
Aufnahmeleitung Brasilien                          Werner Rudhart
Übersetzungen                                              Melanie Hofmann, Barbara Götz
Produktionsassistenz                                   Melanie Hofmann

 

Mehr Informationen auf:
www.coreoperation.de
www.kahlschlag-derfilm.de

Coreoperation
– Bewegte und bewegende Bilder
Büro (+49) 0761/48976882

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
Gutes Soja, schlechtes Soja, 5.0 out of 5 based on 1 rating

One Response to Gutes Soja, schlechtes Soja

  • Katja Polnik

    Guten Tag,
    ich würde den Film „Gutes SOja, schlechtes Soja“ gerne kaufen. Kann ich ihn bei euch bestellen?
    Herzliche GRüße, Katja Polnik

    VA:F [1.9.17_1161]
    Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

Leave a Reply

Post Comment